Passkeys erklärt: Anmelden per Fingerabdruck statt Passwort
Immer mehr Dienste bieten Passkeys an. Sie gelten als sicherer und bequemer als Passwörter. Wie das Verfahren funktioniert und worauf man beim Umstieg achten sollte.

Passwörter sind ein Dauerproblem: zu kurz, zu oft wiederverwendet, leicht abzufischen. Passkeys sollen das ändern. Große Plattformen für E-Mail, Shopping und soziale Netzwerke unterstützen das Verfahren bereits.
Das Prinzip
Hinter einem Passkey steckt ein kryptografisches Schlüsselpaar. Der private Schlüssel bleibt auf Ihrem Gerät, der Dienst speichert nur den öffentlichen. Beim Anmelden beweist das Gerät, dass es den passenden privaten Schlüssel besitzt. Freigegeben wird das mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder der Geräte-PIN. Das Verfahren wurde von der FIDO-Allianz entwickelt, in der große Technologiekonzerne zusammenarbeiten.
Warum Passkeys sicherer sind
Bei der Anmeldung wird kein Geheimnis übertragen, das sich abfangen oder abfischen ließe. Ein Passkey ist zudem fest an die Adresse des jeweiligen Dienstes gebunden. Auf einer gefälschten Seite funktioniert er schlicht nicht. Auch bei einem Datenleck beim Anbieter erbeuten Angreifer nur öffentliche Schlüssel, mit denen sie nichts anfangen können.
So richten Sie einen Passkey ein
In den Sicherheitseinstellungen eines Kontos findet sich meist ein Punkt wie „Passkey erstellen“ oder „Ohne Passwort anmelden“. Das Gerät fragt dann nach Fingerabdruck, Gesicht oder PIN, und der Passkey ist angelegt. Bei der nächsten Anmeldung genügt diese Bestätigung.
Worauf Sie achten sollten
- Speicherort klären: Passkeys werden oft im Passwortmanager von Apple, Google oder Microsoft gespeichert und zwischen Geräten synchronisiert. Wer mehrere Systeme nutzt, kann einen plattformübergreifenden Passwortmanager wählen.
- Zweitzugang einrichten: Geht das einzige Gerät verloren, hilft ein zweites Gerät oder ein Sicherheitsschlüssel.
- Altes Passwort im Blick behalten: Viele Dienste lassen das Passwort zunächst als Rückfallebene bestehen. Es sollte deshalb weiterhin stark und einzigartig sein.
Ein schrittweiser Umstieg ist sinnvoll: zuerst beim E-Mail-Konto, denn darüber lassen sich die meisten anderen Konten zurücksetzen.

