Wie viel Schlaf brauchen Erwachsene wirklich?
Sieben Stunden, acht, oder reichen sechs? Fachgesellschaften geben klare Empfehlungen – und erklären, warum regelmäßige Schlafzeiten fast so wichtig sind wie die Dauer.

Wer morgens schwer aus dem Bett kommt, fragt sich irgendwann: Schlafe ich genug? Eine Zahl, die für alle passt, gibt es nicht. Aber es gibt gut begründete Orientierungswerte.
Sieben bis neun Stunden
Die US-amerikanische National Sleep Foundation empfiehlt Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Für ältere Menschen ab 65 nennt sie sieben bis acht Stunden. Auch andere Fachgesellschaften kommen zu ähnlichen Werten. Wer regelmäßig deutlich weniger schläft, riskiert nach heutigem Wissensstand Einbußen bei Konzentration, Stimmung und Leistungsfähigkeit.
Der eigene Bedarf ist individuell
Manche Menschen fühlen sich mit knapp sieben Stunden fit, andere brauchen neun. Ein guter Hinweis ist das Befinden am Tag: Wer tagsüber kaum müde wird und ohne Wecker ungefähr zur gleichen Zeit aufwacht, schläft vermutlich ausreichend. Häufiges Einnicken bei ruhigen Tätigkeiten spricht dagegen für zu wenig oder zu schlechten Schlaf.
Regelmäßigkeit hilft
Der Körper folgt einem inneren Rhythmus. Feste Zeiten zum Schlafengehen und Aufstehen, auch am Wochenende, stabilisieren ihn. Wer unter der Woche Schlaf „anspart“ und am Wochenende lange ausschläft, bringt den Rhythmus eher durcheinander.
Was den Schlaf stört
- Koffein am Nachmittag und Abend,
- Alkohol, der zwar müde macht, aber den Schlaf unruhiger werden lässt,
- helles Licht und Bildschirme kurz vor dem Zubettgehen,
- ein zu warmes oder lautes Schlafzimmer.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Kurze Phasen schlechten Schlafs sind normal, etwa in stressigen Zeiten. Halten Ein- oder Durchschlafprobleme aber über Wochen an, oder fühlt man sich trotz ausreichender Bettzeit ständig erschöpft, sollte man mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Dahinter können behandelbare Ursachen stecken, etwa Atemaussetzer im Schlaf. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.